Tausende Neugierige bei "IndustrieErleben" am Erfurter Kreuz (TA, Arnstadt 12.09.2011)
Etwa 5000 Menschen nahmen das Motto "IndustrieErleben" wörtlich und sorgten für ausgebuchte Führungen. So war die Premiere für Schnupperstunden im industriellen Herzen Thüringens am "Erfurter Kreuz" erfolgreich.
Ulricke Kücker fühlte sich wie bei einer Oscar-Verleihung. Sie hatte die Fäden für die Organisation der Veranstaltung "IndustrieErleben" am Erfurter Kreuz in der Hand und konnte am Freitag im Anschluss an die offiziellen Reden zur Eröffnung erfreut konstatieren, dass ihr "Baby" gesund auf die Welt gekommen war. Groß war die Liste derer, die in den Wochen und Monaten davor ihren Teil dazu beitrugen, tausenden Neugierigen das Eintauchen in ein Gebiet zu ermöglichen, das Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft, gern als das industrielle Herz Thüringens bezeichnet.
Das schlug am Ende einer für das Organisationsteam noch einmal hochgradig arbeitsreichen Woche besonders stark. Etwa 5000 Besucher nahmen die Einladung an, informierten sich im Festzelt bei den dort vertretenen fast 50 Ausstellern ebenso wie direkt in den Betrieben, von denen zwölf stündliche Führungen anboten. Auch wenn erwartungsgemäß die meisten Neugierigen aus allen Teilen Thüringens anreisten, wirkte sich die Veranstaltung doch auch über die Grenzen des Freistaates aus. Der Besucher mit der weitesten Anreise kam aus Augsburg.
Die Besichtigungen beim Triebwerks-Warter N3 waren zuerst ausgebucht, auch IHI, Borg-Warner, Bosch, Masdar und Heller-Maschinenbau waren sehr gefragt. 1200 Personen hatten sich schon im Vorfeld online angemeldet, dennoch hatten die Damen und Herren an den Tischen im Dachser-Büro-Lkw alle Hände voll zu tun.
Thomas Magerl, Stefanie und Renate Paul hatten sich rechtzeitig angemeldet und einen der begehrten N3-Plätze erhalten. Die Arnstädter fanden die Idee der Veranstaltung großartig, könne man sich doch so informieren, was vor den Toren der Heimatstadt so passiere. Dennis Lapp (14) aus Ichtershausen wollte sich in erster Linie einen Überblick verschaffen, was man so für Berufe im Industriegebiet erlernen kann, er hatte sich für eine Führung bei Kupplungshersteller Borg-Warner entschieden.
Dessen bisherige Geschäftsführerin Michele Zimmermann hatte in ihrer Funktion als Vorsitzende der Initiative Erfurter Kreuz die Veranstaltung eröffnet und Gäste aus Landes,-, Kreis- und Kommunalpolitik, von Ämtern und Behörden rund um das Thema Industrie und Arbeit begrüßt. Ihr Dank galt den Vertretern der beteiligten Unternehmen, aber auch den vielen Helfern von Rettungsdiensten und Polizei, ohne die solch ein großes Ereignis nicht zu stemmen wäre. Das Verkehrskonzept ging voll auf, die Regionalbus Arnstadt GmbH reagierte flexibel auf den großen Andrang und setzte zusätzliche Shuttlebusse ein.
Der Initiative Erfurter Kreuz gehören inzwischen 59 Mitglieder an, bei drei weiteren laufen die Aufnahmeformalitäten. Die Firmen verkörpern 12.300 Mitarbeiter und 430 Auszubildende, stellen also schon eine Macht dar, die sie für die Industrie, aber auch für die Region einsetzen wollen. Nachdem endlich die Aufstellung von Wegweisern gelungen ist, arbeitet man nun an der Beschleunigung der Sanierung der Ichtershäuser Straße in Arnstadt.
Nach der erfolgreichen Premiere von "IndustrieErleben" stellt sich die Frage, ob es eine Neuauflage geben wird. Ja, war die erste Reaktion aus der Initiative. Alle zwei Jahre will man künftig einladen, um einen Blick hinter die Kulissen des größten Thüringer Industriegebietes werfen zu können.

