Fachkräftesuche per Facebook

Unternehmensinitiative Erfurter Kreuz und Thüringer Fachkräfteagentur gehen gemeinsam neue Wege


Erfurt. Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft. Unternehmen sind zumeist bundesweit auf der Suche nach Fachkräften. Das trifft auch auf die Firmen von Thüringens größtem Gewerbegebiet zwischen Ichtershausen und Arnstadt zu, besser bekannt unter dem Namen „Erfurter Kreuz“.

Zweidrittel der Gewerbeflächen seien belegt. Etwa 8200 Arbeitnehmer haben in den knapp 80 Unternehmen und Firmen einen Job gefunden, erklärt Franz-Josef Willems, Geschäftsführer der IEK. In den kommenden Jahren würden weitere 4000 Fachkräfte benötigt, wenn sich auch auf dem verbliebenen Drittel Firmen angesiedelt haben, fügt er an.
Um die Unternehmen beim Gewinnen ihrer Mitarbeiter weiter zu unterstützen, haben die IEK und die Thüringer Agentur für Arbeitskräfte (ThAFF) gestern in Erfurt einen Aktionsplan unterzeichnet, mit dem sie eine noch engere Zusammenarbeit anstreben. So soll die von der ThAFF betriebene Thüringer Stellenbörse auch auf der Internetseite der Initiative „Erfurter Kreuz“ eingebunden werden.

Fachkräfte, die gezielt bei einem der Unternehmen des Gewerbegebietes nach offenen Stellen suchen, erhalten so ein
noch breiteres Angebot, erklärt Andreas Knuhr, Leiter der Thüringer Agentur für Fachkräfte.

Zugleich kann die ThAFF, die im Jahr auf 250 nationalen Messen und Veranstaltungen präsent ist, dort noch gezielter als bisher auch nach Mitarbeitern für die Unternehmen am Erfurter Kreuz suchen. Aktuell habe die ThAFF 3952 offene Stellen in Thüringen in ihrer Jobbörse.

Die Initiative Erfurter Kreuz sucht derzeit für 136 Stellen im Gewerbegebiet neue Mitarbeiter, so Willems. Eine der Zielgruppen, um die sich die Firmen in Thüringens Mitte bewerben, seien Menschen und Familien, die vor Jahren in die benachbarten Bundesländer ausgewandert sind nun aber zurückkommen möchten. Thüringen kann ihnen eine gut ausgebaute Infrastruktur bieten, aber auch die Möglichkeit, sich im Grünen, preiswerter als an vielen Standorten im Altbundesgebiet, ein Häuschen zu bauen. Andere möchten sich vielleicht beruflich verbessern und zugleich die Möglichkeit nutzen, dass sich Eltern oder Großeltern mit um die Kinder kümmern, zählt der IEK-Geschäftsführer einige der Argumenten für eine Rückkehr auf.

Auch das Lohngefüge im Gewerbegebiet sei im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten attraktiv geworden.
Weitere Ansprechpartner beim Werben um Fachkräfte seien Pendler. Aktuell würden rund 130.000 Thüringer für
ihren Job in die Nachbarländer fahren, so Andreas Knuhr.

Die IEK setze seit einigen Wochen zudem verstärkt auf soziale Medien wie beispielsweise Facebook, um Experten zu gewinnen, erklärt Juliane Keith.

Erste Reaktion seien sehr erfolgreich, ergänzt Franz-Josef Willems. Wer allerdings hautnah erleben möchte, was das Erfurter Kreuz so alles zu bieten hat, der sollte an diesem Freitag ab 17 Uhr ins Gewerbegebiet kommen. Die IEK hat zur Veranstaltung „Industrieerleben“ geladen. Geboten werden Unternehmensführungen, aber auch die Möglichkeit, sich vor Ort über Jobangebote zu informieren.