Vertrauen und Verantwortung sind der Schlüssel zum Erfolg

Die Unternehmen am Erfurter Kreuz bringen sich in die Standortentwicklung ein.

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ Dieses Zitat des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy aus seiner Rede zum Amtsantritt ist nicht nur eines seiner berühmtesten, sondern auch die prägnanteste Aussage dazu, dass Eigenverantwortung immer Hand in Hand mit Verantwortung für die gesamte Gesellschaft gehen muss. Beim Industrieverein Initiative Erfurter Kreuz e. V. (IEK) hat man diesen Satz zwar nicht als Leitmotto gewählt, lebt ihn aber ganz offensichtlich.

Augenscheinlich wird das im WIRTSCHAFTSSPIEGEL-Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins. „Wir sind kein Verband, wir fordern nicht“, erklärt Franz-Josef Willems gleich zu Beginn. „In erster Linie sehen wird die gemeinsamen Interessen aller Beteiligten. Hier übernehmen wir auch gern Verantwortung.“

Die gemeinsamen Interessen liegen nach Ansicht der IEK darin, das Potenzial des größten Industriegebiets in Thüringen dafür zu nutzen, den Freistaat als Ganzes voranzubringen. Deswegen begrüßt der Verein ausdrücklich, dass die Landespolitik auf eine vernetzte Marketingstrategie setzt – und dass die IEK daran mitarbeiten kann.

„Das wichtigste Ziel aller Beteiligten muss es sein, Fachkräften in Thüringen eine gute Perspektive zu bieten“, betont der IEK-Chef. Diese Perspektive umfasse nicht nur den Arbeitsplatz des Einzelnen, sondern noch sehr viel mehr. „Da reden wir über bezahlbaren Wohnraum oder Bauland für junge Familien, über Arbeitsplätze für die jeweiligen Lebenspartner, über eine gesicherte Kinderbetreuung und einen funktionierenden ÖPNV. Wir reden allerdings auch darüber, dass wir Thüringen als ein Land mit exzellenter Lebensqualität darstellen müssen.“ Gerade deshalb sei die Vernetzung aller Thüringer Marketingaktivitäten so wichtig.

Für Willems ist das gegenseitige Vertrauen eine Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. „Es bringt doch nichts, wenn wir uns gegenseitig die Fachleute abjagen“, sagt er. „Wir müssen vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und wenn sich jeder einbringt, dann haben alle etwas davon.“ Deswegen prüfe der Vorstand der IEK auch sehr genau, wer dort Mitglied werden könne.

Um Vertrauen gehe es auch in der Zusammenarbeit mit den kommunalen Körperschaften. „Wir müssen ganz ehrlich feststellen, dass die Dynamik am Erfurter Kreuz manche überfordert“, sagt Willems mit Blick auf umliegende Gemeinden. Die IEK arbeite ausschließlich ehrenamtlich, man sei weder für die Raumordnung noch für die Vermarktung oder für die Erschließung zuständig. „Das ist unser größter Trumpf. Wir fordern nicht. Wir wollen und können aber diese Prozesse im Sinne aller moderieren.“ (tl)