Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei IHI

Die neuen Technologien in der Wirtschaft müssen schrittweise eingeführt, die Menschen dabei mitgenommen werden – das war Thema eines Austausches zwischen Wissenschaftlern und Managern am 19.02.2019 bei IHI Charging Systems in Ichtershausen.

Der Thüringer Maschinenbau setzt im Jahr etwa 2,6 Milliarden Euro um und exportiert 40,7 Prozent seiner Erzeugnisse, dennoch ist diese Branche in der Öffentlichkeit kaum sichtbar, sagte Andreas Patschger vom Thüringer Zentrum für Maschinenbau beim Treffen in den Fertigungshallen von IHI Caharging Systems. „Fast 95 Prozent der Firmen im Maschinenbau in Thüringen sind kleine und mittelständische Unternehmen“, erklärt Patschger. Diese Firmen seien leistungsstark aber ihnen fehlten die Mittel für die Forschung. Investierten die Thüringer Maschinenbauer rund zwei Prozent vom Umsatz in Forschung und Entwicklung, liegen diese Ausgaben bei großen Konzernen bei rund sieben Prozent.

Unterstützung bei Forschungs- und Entwicklungsaufgaben
Daher unterstützt das Maschinenbauzentrum Firmen bei Forschungs- und Entwicklungsaufgaben. Es verstärke gezielt den Transfer zwischen den Forschungseinrichtungen und den Unternehmen, sagte Patschger. Das Zentrum wurde im Jahr 2013 gegründet. Es ist ein gemeinsames Projekt von fünf Forschungseinrichtungen des Freistaates mit Sitz in Jena , Schmalkalden und Ilmenau . Nach einer Anlaufphase tragen ab 2022 die fünf Forschungseinrichtungen das Zentrum. Dieses hat bisher ein Projektvolumen von 33,6 Millionen Euro angestoßen, 80 Prozent davon als industrienahe Projekte.

Das Zentrum unterstützt die Firmen bei der Digitalisierung von Produkten und Produktion und der Einführung von additiven Technologien, sagte Andreas Patschger beim 4. Industrie-Innovationsdialog der Landesentwicklungsgesellschaft bei der Firma IHI Charging Systems.

Die Tochterfirma eines japanischen Konzerns fertigt an dem Standort seit 2009 Turbolader für die deutsche Automobilindustrie. Man sei Partner aller deutschen Markenhersteller, so Geschäftsführer Daniel Bader . Das wichtigste Kapital seines Unternehmens seien die qualifizierten und motivierten Mitarbeiter, sagte Bader .

Diese müssten bei der Digitalisierung in den Firmen mitgenommen werden, forderten die Unternehmer Sebastian Bauer und Patrick Franke in ihrem Vortrag. „Es bringt nichts zu sagen, wir machen ab jetzt alles digital, wenn sich die Beschäftigten überfordert fühlen“, warnte Bauer . Daher müsse man das Thema langsam und schrittweise angehen. „Das Tempo muss stimmen“, so Bauer .

Als Serviceanbieter die Software gleich mitliefern
Als Beispiel für die anstehenden Veränderungen führte Franke die Firma Edelstahlbau Tannroda an. Die liefere seit Jahren Prozessbehälter für die Pharmaindustrie. Jetzt habe man die Firma dabei unterstützt, als Serviceanbieter auch die Software mitzuliefern, die die Behälter kontrolliert und Daten zum Zustand und eventuellen Wartungsbedarf übermittelt. „Mit Software auch Geld zu verdienen, hat sich in der Firma bis vor einem Jahr niemand vorstellen können“, versicherte Franke . In interdisziplinären Teams habe man die Schweißer der Firma, die Softwareentwickler und die Kunden in das Projekt einbezogen, berichtete Franke
(Bericht, Quelle: TLZ vom 20.05.2019)