Mit Millioneninvestition auf Wachstumskurs

Die Türen-Fertigung ist bei GARANT ausgelastet und aktuell beschäftigt das Unternehmen 535 Beschäftigte am Industriestandort Erfurter Kreuz. Die Corona-Krise hat aber auch Folgen für die Fertigung des Türenspezialisten GARANT. Man habe eine Taskforce ins Leben gerufen, die täglich auf die neuen Herausforderungen reagierte, bestätigt Vertriebsleiter Ralf Niebur. 

Ein Duschcontainer für Monteure und LKW-Fahrer, Mundschutz, Desinfektionsmittel und Homeoffice für Mitarbeiter waren schnell organisiert. Und das habe reibungslos funktioniert, versichert Niebur: „Kein Partner beziehungsweise Kunde hat von unseren Maßnahmen etwas mitbekommen“.

Dank der fortschreitenden Digitalisierung und schnellem Internet werden inzwischen die sonst regelmäßigen Dienstreisen zum Partnerbetrieb in der Eifel unkompliziert durch Videokonferenzen ersetzt, man arbeitet papierlos und „grüner“, berichtet Niebur von durchaus auch positiven Folgen der Krise für das Unternehmen.
 
Deren ungeachtet setzt die Firma – sie war 1991 die erste am Erfurter Kreuz – ihren Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort. „Wir investieren auch in diesem Jahr erneut rund zehn Millionen Euro in die Fertigung“, bestätigt Werkleiter Dirk Wöllner. Zwei neue Maschinen befänden sich bereits im Anlauf. 

Die Türen aus Ichtershausen werden europaweit an den Fachhandel geliefert, rund ein Drittel würden speziell nach Kundenwünschen gefertigt, die anderen können in kürzester Zeit aus dem eigenen Lager heraus ausgefahren werden, ein Vorteil gegenüber Wettbewerbern, wie Wöllner versichert. 

Was mit 63 Mitarbeiter begann, hat sich über die Jahre zu einem Werk mit aktuell 535 Beschäftigten entwickelt und GARANT ist weiter auf der Suche nach Fachkräften, bildet seit Jahren auch selber Jugendliche aus, so Wöllner.

Man sei „sehr, sehr glücklich“, über die erfolgreiche Entwicklung der Thüringer Tochterfirma, bestätigt Claudius Moor, Geschäftsführer und Divisionsleiter des Schweizer Mutterkonzerns Arbonia mit Sitz in Arbon am Bodensee. Der Kauf des Thüringer Unternehmens sei 2016 eine der ersten Entscheidungen des neuen Präsidenten des Arbonia-Verwaltungsrates Alexander von Witzleben gewesen, der den Thüringern noch aus seiner Zeit als Jenoptik-Chef bekannt ist, so Moor.

Man habe in den vergangenen Jahren seit der Übernahme jährlich zweistellige Millionensummen in den Standort am Erfurter Kreuz investiert und sich dort inzwischen von der Landesentwicklungsgesellschaft auch ein Grundstück gesichert. Dieses stehe für einen weiteren Ausbau der Produktion zur Verfügung.

Das Thüringer  Werk sei derzeit komplett ausgelastet, fertige im Drei-Schicht-Betrieb und fahre teilweise sogar Sonderschichten an den Wochenenden, so Moor. Die Nachfrage nach Türen und Zargen – die ebenfalls in Ichterhausen gefertigt werden – ist derzeit unverändert hoch.

In Zeiten niedriger Zinsen seien eigene Immobilien als Anlagen gefragt. Beträgt der Auftragsvorlauf in normalen Zeiten vier bis sechs Wochen sind es gegenwärtig fast zwölf Wochen. Von den Fertigungslinien laufen bei GARANT am Erfurter Kreuz täglich 3300 Türen und 2800 Zargen. Mit dem Aufbau der neuen Kapazitäten und einer erweiterten Automatisierung von Prozessen wolle man auch die Belastung für die Mitarbeiter verringern, erläuterte Moor ein Anliegen des Schweizer Mutterkonzerns.